4 Gründe warum Du faul sein solltest, um ein glückliches Leben zu führen - Setisfaction

Das fleißige Bienchen

Das fleißige Bienchen (c) Volkmar Becher

Du hast es Dir auf der Couch vor dem Fernseher gemütlich gemacht, um Deinen verdienten Feierabend schön zu genießen. Jetzt gibt es nur ein Problem: Du hast vergessen die Fernbedienung vom Couchtisch mitzunehmen.

Dumm gelaufen und was jetzt?

Anstelle dass Du aus Deiner bequemen Liegeposition aufstehst, bleibst Du liegen und schaust einfach den Kanal der gerade läuft. Selbst bei „Frauentausch“ machst Du dir nicht die Mühe die Fernbedienung zu holen und bleibst genau da, wo Du bist. Nur nicht bewegen.

Das ist ein ganz klarer Fall des „Faultier-Syndroms“. Bevor Du Dich jetzt aber schlecht fühlst, erkläre ich Dir wieso Dein Faulsein eigentlich was ganz Tolles ist und Dir zu einem erfüllteren und erfolgreicheren Leben verhilft. Faulsein ist keine Schande, sondern das Cool der Neuzeit!

Faultier vs. Arbeitstier

In diesem Beitrag wird das Faultier gegen das Arbeitstier antreten. Am Ende werden wir sehen wer gewinnt. Für jeden der 4 Gründe, gibt es ein Beispiel bei dem das Faultier und das Arbeitstier ein Problem lösen bzw. eine Aufgabe erledigen sollen.

Die faule Katze

Die faule Katze (c) Cristian Ştefănescu

1. Faule Menschen sind erfolgreicher

Jetzt würde man vielleicht denken, dass faule Menschen weniger erfolgreich sind, weil sie weniger tun. Bei diesem Gedanken ist aber ein ganz großer Denkfehler im Spiel: Wer mehr tut, ist nicht unbedingt erfolgreicher.

Etwas zu tun, ist nicht dasselbe wie das Richtige zu tun.

Das kannst Du mit einer langen E-Mail vergleichen. Der Faule kann dieselbe Nachricht in wenigen Sätzen verfassen. Warum? Weil er kein Bock hat eine lange E-Mail zu schreiben und so das Wichtigste auf den Punkt bringt.

Und jetzt stell Dir vor, Du bekommst eine lange E-Mail mit vielen Zusatzinformationen, die Dir nichts bringen. Oder Du kriegst eine kurze E-Mail, wo alles auf den Punkt gebracht ist. Was findest Du besser?

Faule Menschen erfinden Abkürzungen, damit sie weniger schreiben müssen.

Zum Beispiel wurde der Computer erfunden, weil die Leute einfach zu faul waren alles selbst zu rechnen. Wo wären wir heute ohne Computer?

Genauso stellt Bill Gates gerne faule Menschen bei Microsoft ein, weil er weiß, dass diese immer die kürzeste und somit beste Lösung für ein Problem finden.

Jetzt geht der Wettkampf los. Das Faultier tritt gegen das Arbeitstier an. Wer wird wohl gewinnen?

Faultier vs. Arbeitstier

  • Aufgabe: Tausch Dich mit Deinen Kollegen über die Projektfortschritte aus.
  • Arbeitstier: Zunächst ein ellenlanger E-Mail-Austausch wem welcher Termin am besten passt. Danach ein stundenlanges Meeting bei dem jeder eine PowerPoint-Präsentation über seinen Fortschritt hält. Zeitaufwand: 5 Stunden
  • Faultier: Kurzer Treff während der Mittagspause bei dem jeder kurz berichtet, was wirklich wichtig für die Kollegen ist. Zeitaufwand: 1 Stunde

2. Faule Menschen sind effizient und sparen Zeit

Ein Faultier hat keine Lust viel Zeit mit Dingen zu verschwenden, denn es ist viel wichtiger herumzufaulen.

Was ist also die Lösung?

Aufgaben möglichst ohne viel Zeitaufwand erledigen.

Stell Dir mal vor, Du willst einen Film gucken. Du hättest natürlich die Möglichkeit in einen Laden zu gehen und Dir dort eine DVD zu kaufen. Auf dem Weg holst Du Dir noch Popcorn und Cola. Oh nein, jetzt hast Du die Chips vergessen und musst nochmal los. Deine Freunde kommen auch schon bald. Kurz vor deren Ankunft, hast Du es aber doch noch gerade so geschafft.

Ist ein bisschen stressig, oder? Das geht auch viel einfacher. Dir fällt eine halbe Stunde vor Ankunft Deiner Freunde ein, dass Du noch gar nichts vorbereitet hast, also was tust Du? Die DVD wird über einen Online-Streaming-Dienst (z. B. Amazon Prime) heruntergeladen. Das Popcorn und die Cola lässt Du Dir liefern. Oder wenn das zu kurzfristig ist, dann fragst Du einfach Deine Freunde, ob sie das nicht auf dem Weg kaufen können.

Das Resultat: Du hast jede Menge Zeit gespart und das auch noch mit Effizienz. Deine Freunde haben zwar eventuell ein bisschen mehr Aufwand, aber im Vergleich zu dem Aufwand, den Du hättest, wenn Du aus dem Haus gegangen wärst, ist das relativ wenig.

Faultier vs. Arbeitstier

  • Aufgabe: Für Dein Wochenendtrip nach Barcelona brauchst Du Dusch- & Hygiene-Utensilien, die Du ins Flugzeug mitnehmen darfst (Anmerkung: jede Flüssigkeit darf maximal 100ml beinhalten, damit du den Sicherheitsbereich am Flughafen ohne Probleme passieren darfst)
  • Arbeitstier: Geht los zu Rossmann und sucht sich Shampoo, Duschgel, Zahnpasta und Deo in kleinen Reisetuben zusammen und kauft durchsichtige Kulturbeutel für den Security-Scan am Flughafen. Zeitaufwand: 1,5 Stunden oder mehr
  • Faultier: Kauft sich im Internet ein Flug- und Reiseset, das nach Hause geliefert wird. Zeitaufwand: 5 Minuten oder weniger

3. Faule Menschen sind nicht gestresst

Wenn Du ein fleißiger Mensch bist, hast du den innerlichen Drang Aufgaben erledigen zu müssen. Nicht nur das, Du musst sie auch noch gewissenhaft erledigen. Das erfordert jede Menge Zeitaufwand und ist meistens nicht mal notwendig.

Als fauler Mensch arbeitest Du nach der bekannten 80/20-Regel (=Paretoprinzip). Denn 20% der Arbeit macht eine Arbeit zu 80% gut. Um auf perfekt (=100%) zu kommen, musst Du weitere 80% reinstecken.

Ein fleißiger Mensch muss also 5 Mal so viel arbeiten wie ein fauler Mensch, um es nur 20% besser zu machen. Nicht gerade wirtschaftlich, oder?

Nach einer Stunde hast Du also den Bericht geschrieben, während Dein fleißiger Kollege noch 4 weitere Stunden daran arbeitet. Meistens sieht der Chef sowieso den Unterschied nicht und so kommt es wie es kommen muss: Die Arbeit bzw. der Mehraufwand vom fleißigen Kollegen war eigentlich umsonst.

Ein fauler Mensch hat auch keine Lust für sein Geld zu arbeiten. Viel besser ist es, das Geld für sich arbeiten zu lassen. Wie wäre es mit Aktien kaufen? Oder vielleicht sogar Pokern? Denn er hat keine Lust bis abends im Büro zu sitzen. Der faule Mensch ist unkonventionell und sucht wie der Strom, den Weg mit geringstem Widerstand.

Faultier vs. Arbeitstier

  • Aufgabe: Heute Mittag ist eine Konferenz mit einem Kunden, Du sollst eine Präsentation für diesen Kunden erstellen.
  • Arbeitstier: Sucht penibel nach einer schönen PowerPoint Vorlage, die zum Kunden genau passt. Danach wird die Präsentation sehr gewissenhaft und schön erstellt. Nach fünf stressigen Stunden ist die Präsentation endlich geschafft. Jetzt kommt auch schon der Kunde und durch den großen Stress bei der Vorbereitung läuft während der Präsentation auch noch alles schief.
  • Faultier: Nimmt sich die erste, schlichte Vorlage. Alle notwendigen Grafiken werden hintereinander eingefügt. Nach einer Stunde ist alles fertig. Es werden auch keine aufwendigen Effekte bzw. Zeitplanungen eingefügt. Eine kurze Übungsrunde der Präsentation und es kann gefaulenzt werden. Durch die Entspannung läuft die Präsentation astrein.

4. Faule Menschen sind gut drauf

Stell Dir vor, Du bist den ganzen Tag am Arbeiten. Irgendwann kommst Du erschöpft spät abends nach Hause und willst eigentlich nur noch schlafen. So sieht das Leben von fleißigen Leuten aus.

Das Gegenbeispiel: Du faulst bei der Arbeit nur rum. Bist auf Facebook, guckst Dir lustige Bildchen im Internet an. Oh wie süß, was die Katze da treibt, nicht wahr? Das macht einfach Spaß. Jetzt merkst Du, dass eine Aufgabe erledigt werden muss, da nicht mehr viel Zeit bleibt. Was tust Du?

Um es auf konventionelle Weise zu erledigen reicht die Zeit nicht, also findest Du eine Abkürzung. Dabei ist das Arbeitsergebnis nicht schlechter, sondern durch die Überlegung, wie man am besten zum Ziel kommt, teilweise noch viel besser.

Der faule Mensch hatte während des Arbeitstages viel Spaß und ist deshalb gut drauf. Wie kann man aber auch nicht gut drauf sein, nachdem man 100 niedliche Katzenfotos gesehen hat?

  • Aufgabe: Der Urlaub steht und Du sollst Dich entspannen, um beim Zurückkehren zur Arbeit wieder gut drauf zu sein.
  • Arbeitstier: Das Arbeitstier arbeitet natürlich auch im Urlaub weiter. Immer Mal zwischendurch. Die E-Mail muss ja noch beantwortet werden und das Telefonat muss ja auch noch geklärt werden. Überhaupt gibt es da noch einige Aufgaben die noch nicht erledigt wurden. Ein wirkliches Entspannen findet nie statt und so kehrt das Arbeitstier wenig erholt zur Arbeit zurück.
  • Faultier: Das Faultier liegt im Urlaub in der Hängematte am Strand zwischen Palmen und entspannt sich. Wenn der Urlaub vorbei ist, ist das Faultier natürlich viel entspannter und besser drauf und kann gleich anfangen gut zu arbeiten. Jetzt fragst Du dich, was ist wenn sein Telefon klingelt oder er eine wichtige Mail bekommt? Das Fautlier hat sein Telefon im Hotelsafe hinterlegt und schaut nur alle 2-3 Tage drauf, um zu sehen, ob etwas „wirklich Wichtiges“ ist. Für seine E-Mails hat er einen „Auto-Responder“ eingerichtet, der immer automatisch informiert, wenn jemand eine E-Mail an den Faulen schreibt, dass dieser im Urlaub ist.

Wann warst Du mal wieder so richtig faul und warst erfolgreicher als Deine fleißigen Kollegen?


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2 Kommentare

Geil. Ist ja witzig, würde mich klar zum Faultier bekennen,. Gerade wenn ich TV gucke, habe ich gar keinen Bock aufzustehen um die Bedienung zu holen, gerade nach der Arbeit voll der Akt 😀

Hallo Andi,

wir freuen uns, dass Du Dich mit dem Beitrag identifizieren kannst. Das ist wahr, insbesondere beim TV gucken, extra aufzustehen, ist viel zu anstrengend 😀